Autor:
Moehringer, J. R.
Titel: Tender Bar
Verlag: Fischer
Erschienen: 03. März 2008
ISBN 10: 3596176158
ISBN 13: 978-3596176151
Seitenanzahl: 460
Inhalt:
JR lebt mit seiner Mutter, seinen Großeltern und jeder Menge Verwandten in einer Bruchbude in Manhasset, New York. Der Vater ist weg und seine Mutter zieht nach Arizona. JR wird ein Pendler. Während der Schulzeit bei seiner Mutter, in den Ferien in Manhasset, wo sich sein Onkel und die Menschen aus der Bar um ihn kümmern. JR hat Glück, ist oftmals zu rechten Zeit an der richtigen Stelle und sein Leben geht’s einen Gang.
Meinung:
Was als erste auffällt: die Geschichte spielt nicht nur in einer Bar, wie uns die Inhaltsangabe weismachen will. Sie ist ein wichtiger Bezugspunkt (was nach meinen Erfahrungen in Großbritannien/USA gar keine Seltenheit ist, im Gegensatz zu unseren Breitengraden), aber nie Haupthandlungsort.
Vielmehr sind es Erinnerungen an die Kindheit und das Erwachsenwerden ohne Vater, aber mit der Sehnsucht nach eben diesen, was deutlich wird, wenn JR immer wieder den Sender im Radio einstellt in dem sein Vater Moderator ist, nur um die Stimme zu hören.
Der Onkel und die Menschen, die in der Bar vor Ort ein und ausgehen sind diejenigen, die JR umsorgen, sich um ihn kümmern und das Männliche im Leben von JR darstellen.
Kleine und große Tragödien, aber auch Glücksmomente, wie etwa die Aufnahme in Yale, begleiten JR von klein auf durch sein Leben.
Dabei gelingt es dem Autoren die Gefühle so treffend und tief zu beschreiben, dass ein besonderes Bild von den Menschen entsteht, die sich keinen Illusionen an das Leben hingeben, sondern es nehmen wie es kommt. Es kann der tägliche Gang in die Kneipe sein oder die Liebe zu Wörtern. Es kommt wie es kommt. Nicht immer schön, aber unabänderlich.
J.R. Moeringer ist ein gutes, sagen wir mal autobiographischer, Roman gelungen, der alles besitzt, was eine Geschichte zu etwas spannendem macht, soweit man das Leben als spannend empfindet. Der Epilog mag etwas viel Pathos enthalten, aber nun gut, er ist nur ein kleiner Teil des Buches.
Wer mit John Irvings „Garp und wie er die Welt sah“ klar kam, wird hier dran auch seine Freude haben.